Die Bilder der Portraitserie „Doormen“ habe ich zwischen 2011 und 2016 in Buenos Aires aufgenommen. Die Bilder entstanden in den reichen Wohnvierteln von Buenos Aires, wie z.B. Recoleta, Palermo oder Belgrano.


Zwei Aspekte waren für mich besonders interessant. Zunächst waren es die Gebäudeeingänge an sich, die meine Aufmerksamkeit weckten: Ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die Beleuchtung, die räumliche Anordnung, sowie ihre Funktion als Arbeitsplatz für eine bestimmte Berufsgruppe.


Der zweite Aspekt für mich waren: Diese Menschen. Genauer: Die Concierges, die jeden Tag oder jede Nacht den Eingang des Gebäudes bewachen und instand halten. Das Besondere an diesen Menschen ist, dass sie in den meisten Fällen auch in den Gebäuden wohnen, jedoch einer völlig anderen sozialen Klasse angehören als die übrigen, gut-bürgerlichen Bewohner. Welches Lebensgefühl herrscht dort vor? Wichtig hierbei war für mich der Moment der Konfrontation mit der Kamera. Mir ging es darum, einen möglichst authentischen Augenblick einzufangen. Kein Lächeln, keine Maske, einfach ein direkter Blick in die Linse. Ein Moment der Wahrheit und des Bewusstseins. Nach den üblichen Versuchen der Protagonisten, sich der Kamera zu entziehen, in eine Rolle zu schlüpfen und sich zu verstellen, musste ich zunächst abwarten, sie durchatmen lassen, bis sie sich schließlich unverstellt der Kamera preisgaben.

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